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Dies ist die Internetseite der "Arbeitsgemeinschaft der Heimat- und Geschichtsvereine sowie sachkundiger Bürgerinnen und Bürger im Monschauer Land". Sie hat die Aufgabe, die interessierten Besucher zu den einzelnen Heimat- und Geschichtsvereinen zu führen. Dies ist die Internetseite der "Arbeitsgemeinschaft der Heimat- und Geschichtsvereine sowie sachkundiger Bürgerinnen und Bürger im Monschauer Land". Sie hat die Aufgabe, die interessierten Besucher zu den einzelnen Heimat- und Geschichtsvereinen zu führen. 

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Hier badete Roetgen einst im Wald

Das „belgische Bassengchen“ lockte bis zum Anfang der 1980er Jahre die Bevölkerung zum Badespaß in natürlicher Umgebung. Einige wollen das Naturbad wieder zum Leben erwecken.

Roetgen „Theoretisch könnte man das Schwimmbad doch wieder eröffnen. Das wäre ein echtes Highlight für jeden.“ Das sagen Franz Schroeder und Rolf Wilden vom Roetgener Heimat- und Geschichtsverein über das „belgische Bassengsche“, das einst als Badeteich für die Roetgener Bevölkerung diente.

„Vor dem Ersten Weltkrieg entstanden in Roetgen viele Wasserleitungen. Die Weser wurde zum Badeplatz“, so Rolf Wilden. Die Wesersperre, die 1891 erbaut wurde, sollte den Roetgener Bahnhof mit Wasser versorgen, da die damaligen Lokomotiven ausschließlich mit Dampfmaschinen liefen und daher Wassertanks an den Bahnhöfen vorrätig sein mussten. Aus der Wesersperre entwickelte sich schnell das Roetgener Badeparadies, über das bis heute viele Geschichte kursieren.

Der Menschenfresserbrunnen

So befand sich auf dem Weg zum Roetgener Badesee ein Brunnen, der „Menschenfresserbrunnen“ genannt wurde, weil in ihm ein kinderfressender Mensch leben würde. „Das stimmte natürlich nicht. Das war ein Kinderschreck – und vor allem eine Filteranlage“, so Franz Schroeder. Besonders die Katholische Kirche war nicht erfreut, dass sich das Naturbad so großer Beliebtheit erfreute. „Da gab es einen Pfarrer, der wollte das nicht. Heute lacht man darüber. Aber Frauen im Bikini – das war damals ein großer Aufreger“, so Schroeder. In den 1960er Jahren war das „Bassengschen“ auch Treffpunkt eines Nudistenclubs. Laut Wilden sollte aus dem „Bassengschen“ in den 1970er Jahren dann ein offizielles Badeparadies werden, was die Bewohner des Wollwaschweges allerdings verhinderten.

CDU-Fraktionsmitglied und Ur-Roetgener Ronald Borning erinnert sich gerne an die belgische Bademöglichkeit zurück: „An heißen Tagen war es Pflicht, das heimliche Roetgener Schwimmbecken, eigentlich belgische Schwimmbecken, zu benutzen, um Abkühlung zu suchen. Viele Roetgener traf man dort an, es war ein kleines Abenteuer.“ Im Winter, so Borning, wurde das zugefrorene Bad zum Eislaufen benutzt: „Meine Kinder haben da Schlittschuhfahren gelernt.“

Schlittschuhfahren und Kraniche

Der Bade- und Schlittschuhspaß endete, als zu Beginn der 1980er Jahre die belgischen Behörden ein Loch in die Staumauer sprengten, was auch dazu führte, dass der Brunnen an der Wanderstation kein Wasser mehr hergab. Borning erinnert sich auch an Kraniche, die den Schwimmteich zu ihrem Zuhause erklärt hatten: „Als kein Wasser mehr im Becken war, kreisten sie, ich weiß nicht wie lange, immer wieder über dieselbe Stelle. Man hatte den Eindruck, dass bei ihnen eine gewisse Panik ausgebrochen war.“ Borning würde sich über die Wiedereröffnung des „Bassengschen“ freuen: „Ich würde es begrüßen, wenn das Bad wieder genutzt werden könnte. Es war immer ein Treff der Roetgener.“

Der Besitzer der Roetgen-Therme, Stamos Papas, der bereits seit mehreren Jahrzehnten Erfahrung mit dem Aufbau und dem Betrieb von Bade- und Saunabetrieben hat, ist begeistert vom ehemaligen „Bassengschen“: „Es ist fantastisch gelegen. Alleine der Weg dorthin ist schon Entspannung pur.“ Allerdings sieht der Badeexperte auch die Probleme, die eine Neueröffnung mit sich bringen würde: „Es fehlen die Parkplätze und die Liegewiesen. Man müsste Teile des Waldes roden und eine Filteranlage einbauen. Es ist illusorisch. Ein Geheimtipp ist es aber auf jeden Fall. Das Wasser, das Roetgen fehlt, hat sich hier versteckt.“

Heute ist das „Bassengsche“ das Zuhause vieler Biber geworden, die die Bäume am Uferrand mit ihren typischen Bissspuren verzieren. Ob hier vielleicht auch einmal wieder Menschen Badespaß erleben können, wird die Zukunft zeigen. (kfr)

13.10.2018 / Eifeler Nachrichten / Seite 17 / Lokales

 

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