links

 

Dies ist die Internetseite der "Arbeitsgemeinschaft der Heimat- und Geschichtsvereine sowie sachkundiger Bürgerinnen und Bürger im Monschauer Land". Sie hat die Aufgabe, die interessierten Besucher zu den einzelnen Heimat- und Geschichtsvereinen zu führen. 

 

 

 

rechts

Fotos

Über uns

Heimatvereine und gesellschaftliche Entwicklung

 

 

In den letzten 25 Jahren sind viele Heimatvereine gegründet worden. Konzen hat sich vor über 25 Jahren (1987) als Verein zu Pflege kultureller und dorfgeschichtlicher Zwecke gegründet.

HV Imgenbroich                  1988

HV Höfen                           1991

HV Lammersdorf                1982

HV Mützenich                     1998

HV Kalterherberg                 2008

HV Rohren                          1994

AK Eicherscheid             

HV Rollesbroich                   2016

AK Steckenborn

HV Rurberg/Woffelsbach

HV Kesternich

HV Einruhr

 

Die meisten Gründungen waren also in den letzten 20 Jahren. Was ist hierfür der Grund?

In Konzen war es die 1100Jahrfeier. Gibt es aus der gesellschaftlichen Entwicklung heraus eine Erklärung? Welche Zielsetzung oder welche Bedürfnisse haben die Heimatvereine?

Sicherlich wollen die HV nicht das Mittelalter wieder herstellen. Zu kurz gegriffen ist auch die oft zu beobachtende Haltung: „Früher war alles besser. Auch nostalgische Schwärmerei ist die Haupttriebfeder zur Gründung von HV.

Es könnte aber eine Reaktion auf die Schnelligkeit und Intensität gesellschaftlicher Entwicklung sein. Es ist nicht in erster Linie der Staub der Geschichte der aufgewirbelt werden soll, sondern die Gegenwart, die morgen Vergangenheit sein wird, steht im Fokus der HV.

  • So erleben wir derzeit die Mutation der Vennbahn von einer Eisenbahnlinie zu einem Premiumradweg, die RAVEL Route.
  • Die Kirchen werden leerer und Schließung, Zweckveränderung oder Abriss drohen. Religiöse Riten verändern sich (Taufe Hochzeit Beerdigung) Jedes Dorf mit eigenem Pfarrer ist schon Geschichte. Die Entstehung der GdG führt zum Pfarrer auf Rädern.
  • Die Schule im Ort als zentraler Mittelpunkt ist in Gefahr.
  • Die Großfamilie gibt es kaum noch. Dafür haben wir Patchwork-Familien. Machen Sie mal eine Ahnentafel!! Mehrfach geschieden – Schwulenehe – Lebensabschnittpartner. Die Unverbindlichkeit scheint zum Lebensprinzip zu werden.
  • Kinder kommen in die Krippe, Alte ins Heim und Mann und Frau ist außerhalb beschäftigt.
  • Durch größere Mobilität schon im Kindesalter findet eine stärkere Mischung der Bevölkerung. Der Charakter des Dorfes verliert seine Konturen und es entstehen Schlafdörfer.
  • Die demografische Entwicklung macht auch vor der Eifel nicht Halt. (10 Goldhochzeit zu einer Grünen). Die Urbanisierung (=Anonymisierung) nimmt zu. Orte wie Rott und Roetgen im Einzugsgebiet von Aachen kämpfen um ihre Identität. Man kennt und interessiert sich nicht mehr.
  • Die Kneipenkultur ist im Niedergang. Ursache sind Kirchgang, Freizeitverhalten und Emanzipation der Frauen.
  • Die schnelllebige Zeit frisst die Seele auf. Burnout und Psychotherapeuthen sind auch in der Eifel angekommen.

Gleichzeitig hat sich das Image der Eifel vom Negativen zum Positiven gewandelt.

So betrachtet sich Roetgen heute als Tor zur Eifel. Das Wort Eifel ist zum Werbeträger geworden: Eifelroute, Eiofelsteig, Eifelbier, Eifelhexe, Eifelsenf, Eifelwurst, Eifelsteaks vom Eifelmetzger, Eifelkrustis aus der Eifelbäkerei. Es gibt den Slogan: Getreide Mehl und Brot: Hier steckt Eifel drin.

Ist dieser gesellschaftliche Wandel nun anders als ihn schon immer frühere Generationen wahrgenommen haben? (Beispiel Balthasar Hürtgen 1929)

Nach meiner Beobachtung ist der Umbruch in zwei Dimensionen neu:

  1. die Schnelligkeit
  2. die Intensität

der Veränderungen.

Die Unbeständigkeit in der Arbeitswelt, die von einer Neuorganisation in die andere stolpert, ist das Beständige. Damit geht die Vertrautheit und Überschaubarkeit verloren. Wenn man nach drei Jahren Auszeit wieder in den Beruf einsteigen will, muss man neu angelernt werden, weil sich alles verändert hat. Selbst Gesetze ändern sich so schnell, dass kaum noch jemand ein Überblick behält. Oder kann mir jemand den heutigen Stand der Führerscheinklassen genau nennen? Vor 40 Jahren gab es noch § 175 StGB, heute kämpft man vor dem BvG um Gleichbehandlung.

Ein PC oder Handy ist nach drei Jahren Elektroschrott. Reparaturen kommen aus der Mode. Auch Kleidungstücke, Haushaltsgeräte oder Werkzeuge werden nicht mehr repariert, sondern neu beschafft. Die Beispiele ließen sich fortsetzen.

Wieso gründen sich in einer solchen Zeit des Umbruchs Heimatvereine?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten und wahrscheinlich hat jeder Verein eine andere Entstehungsgeschichte. Sind die Gründungen jetzt zufällig? Oder ist dies auch im gewissen Sinne eine Gegenbewegung zu den oben genannten Entwicklungen. Nicht alles Neue ist schlecht aber auch nicht immer ein Segen. Es ist wie mit dem Messer, es kann töten und Brot schneiden. Es kommt also darauf an, was der Mensch damit macht. Die Sehnsucht nach Entschleunigung und Angst vor der Zukunft sind häufig zu beobachtende Merkmale.

Meiner Auffassung nach passt in dieses Bild die Gründung von Heimatvereinen als Antwort.

In diesem Szenario könnten die Heimatvereine nun folgende Ziele haben:

1.      Sie können auf Entwicklungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Einfluss nehmen. Hierzu gehört eine Bewertung, die nicht rückwärtsgewandt sein darf. Aber auch nicht jede Veränderung ist ein Segen. Die Möglichkeiten haben natürlich ihre Grenzen und deshalb kann auch Frust entstehen.

2.      Veränderungen, ob nun als Fortschritt empfunden oder nicht, sollten aber dokumentiert werden, damit die Vergangenheit nicht dem Müllcontainer überlassen wird. Ursache und Wirkung werden hierdurch vielleicht sichtbarer und es kann auch dazu führen, dass dies zu Korrekturen führt. (Beispiel: Ortschilder)

Beispiele zu diesem Aufgabenfeld:

1.      Beerdigungskultur

2.      Religiöse Riten (Taufe, Kinderkommunion Hochzeit,)

3.      Kirmes und Karneval

4.      Supermarkt und Nahversorgung

5.      Strukturveränderungen in der Pfarre, Kirchennutzung, GdG, Priester

 

Veränderungen wird es immer geben, ob sie nun als positiv oder negativ gesehen werden, und auch Heimatvereine sollten nicht stehen bleiben. Die Aufgabe von HV sollte aber immer sein, zu dokumentieren, was sich verändert hat, auch wenn man der Auffassung ist, dass die Entwicklung falsch ist.

Hier einige Beispiele, wo dies sinnvoll war:

  • Imgenbroich hat ein völlig neues Gesicht bekommen. Das alte Bild ist mit dem Abriss der Gaststätte zur Linde gänzlich aufgelöst
  • Vennbahn vom Abbau bis zur Umwandlung als Radweg
  • Kirchenorganisation einschl. baulicher Veränderungen
  • Änderungen dörflicher Rituale
  • Ortsdialekte verschwinden
  • Die Schullandschaft ändert sich grundlegend

 

Das alles wird nicht selbstverständlich festgehalten. In der Gegenwart glaubt man zwar immer, dass das Bewusstsein andauert, aber wer sich mal mit der Herstellung einer Chronik beschäftigt hat, der weiß, dass vieles im Dunkel der Vergangenheit verschwindet.

Was ist zu tun?

  1. Die Möglichkeiten der heutigen Zeit sind sehr vielfältig, die Dinge festzuhalten. Die digitale Fotografie und Videografie macht es technisch einfach. Allerdings muss man die Frage stellen, ob das in 100 Jahren noch reproduzierbar ist. Wichtig ist aber immer noch der Mann oder die Frau hinter der Kamera. Der Blick für den Grundsatz „Gegenwart ist Vergangenheit von morgen“ ist gefragt. Dann ist die Archivierung, Auswahl und Recherchefähigkeit ein wichtiger Punkt. Man kann nicht alles sammeln und man sollte auch nach Jahren noch etwas finden.
  2. Heimatvereine sollten keine Seniorenclubs sein, die in der Art der Veteranentreffen die Vergangenheit beweihräuchern. Sich aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen und sich einbringen, ist genauso wichtig wie die Erforschung der Vergangenheit. Dazu sollten auch Kinder und Jugendliche gewonnen werden. Das fängt mit der Besetzung von Vorständen an und hört mit der Zielsetzung auch für jugendliche Mitglieder auf.
  3. Jeder Heimatverein sollte darum bemüht sein, einen neutralen, personenunabhängigen Ort einzurichten, an dem Material gesammelt und ausgewertet werden kann. Ein Dorfarchiv oder ähnliches. Es muss nicht immer ein Museum sein. Nicht immer vererbt sich das Interesse für Heimatgeschichte und so landen oft wertvolle Sachen oder Fotos ohne Beachtung im Müll.

 

Lassen Sie mich zum Schluss einen Vergleich aus der Natur bringen. Heimatvereine sollten wie Baumpfleger sein. Die Wurzel als Symbol der Vergangenheit sollten gepflegt werden, damit ein gesunder Aufbau Standfestigkeit und Langlebigkeit gewährleistet ist. Totes Gehölz und Schosstriebe sollten entfernt werden.  Dann kann eine gesunde Baumkrone Schatten spenden und Blüten auf neues Leben hoffen lassen.

Danke für die Aufmerksamkeit

 

 

 

Chronik

Gründungsversammlung am 13.1.2013

im Lammersdorfer Hof

Nein, wir sind keine Leute "von gestern", die Vergangenes wieder herbeisehnen oder unbedingt am Alten festhalten wollen, die immer nur zurückblicken. Heimatgeschichte bedeutet nicht "Heimattümelei". Wir sind fortschrittlich, modern und stehen allen Neuerungen grundsätzlich offen gegenüber.
Dennoch – wir beschäftigen uns in besonderem Maße mit der Historie. Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Geschichte unserer Heimat (ehrenamtlich) zu erforschen, zu dokumentieren und ggf. auch zu publizieren.
Unsere Heimatgeschichte ist ein Teil unserer Vergangenheit. Durch die Erkenntnis dessen, was sich in der Vergangenheit als gut oder schlecht erwiesen hat, fällt es uns leichter, unseren augenblicklichen Standpunkt, unsere Meinung zu bestimmten Dingen, festzustellen. Ohne Vergangenheit schweben wir im freien Fall, im luftleeren Raum. Besonders in der heutigen, rasant dahineilenden Zeit, ist es wichtig, eine Orientierung zu haben. Dabei hilft oft ein Vergleich mit der Vergangenheit. Wenn wir gestern und heute gegenüber stellen, werden wir bald wissen, ob wir mit unseren Einstellungen und Haltungen richtig liegen. Insofern ist die Erforschung und Dokumentation der lokalen Heimatgeschichte nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, sie erfüllt auch andere wichtige Funktionen.
 
"Ein Blick in die Vergangenheit trägt dazu bei, die Gegenwart besser zu verstehen"

Dabei geht es nicht nur um Schriftliches oder Gesprochenes - auch Sammlungen, Ausstellungen oder Museen sind wichtig. Sie geben Zeugnis vom Geist, von der Kultur und der Geschichte einer bestimmten Epoche. Auch unsere Zeit wird sehr rasch zur Geschichte, zur Vergangenheit. Heimatgeschichte ist meist lebendiger als die "Große Geschichte", denn sie ist näher an der eigenen Lebenswelt.
Ein anderer Zweig der Heimatgeschichte können z. B. die Brauchtumspflege und die Erhaltung der dörflichen Kultur sein. Diesen Aufgaben sehen sich die "Heimatvereine" verpflichtet. Hier stehen Heimatgefühl und Heimaterinnerung im Mittelpunkt. Die örtlichen Heimatvereine fördern die kulturellen und geschichtlichen Interessen ihrer Mitbürgerinnen und Bürger. Sie helfen Interessierten bei der Erforschung der Ortsgeschichte und veröffentlichen interessante Publikationen zur Thematik. Manchmal darf es auch erlaubt sein, mahnend die Stimme zu erheben und sich einzubringen, wenn die Gefahr besteht, dass negative Erfahrungen aus der Vergangenheit "verblendet" wiederholt werden oder wenn Brauchtum ausufert bzw. für fremde Zwecke missbraucht wird.

 

wir

In dieser Sitzung wurde Jürgen Siebertz zum Vorsitzenden gewählt.

Sitzung in Simmerath am 7.4.2015                    Vortrag über Zwangsarbeit in Köln

 

 

Sitzung der Arbeitsgemeinschaft in Mützenich in der Uraalt Scholl am 20.4.2015

Auf dieser Sitzung wurde Jürgen Siebertz von den Teilnehmern für die Verleihung des Rheinlandtalers auf Antrag von Manfred Huppertz einstimmig vorgeschlagen.

 

 

 

Seit der Gründung lud Jürgen Siebertz mehrmals im Jahr zu Sitzungen mal im Lammersdorfer Hof, mal zur alten Post in Simmerath ein. Die Themen waren unterschiedlichen Natur, bis ca. 2015 der Gedanke aufkam, eine Dokumentation über das Thema Zwangsarbeit im Monschauer Land zu erstellen. Die einzelnen Personen und Vereine wurden aufgefordert, Material zu erschließen, welches dann durch Jürgen Siebertz zu einer Dokumentation zusammengefasst wurde und in der Arbeitsgruppe 2016 veröffentlicht wurde.

Dr. Dieter Lenzen hat dann im Nachgang über den Geschichtsverein Monschau ein vertiefenbdes Buch mit dem Titel "Zwangsarbeit im Kreis Monschau 1939 - 1945" 2018 veröffentlicht, welches dedaillierte Angaben und Zahlen zu dem Thema enthält.

In der Versammlung vom 24.10.2016 stellte Jürgen Siebertz aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung. Durch die Teilnehmer wurde dann Manfred Huppertz als neuer Sprecher und Vorsitzender der AG für 3 Jahre gewählt.

Seit dieser Zeit fand regelmäßig eine Sitzung im Frühjahr und im Herbst statt. Dr. Bernd Jansen (+) schlug als neues Thema für die AG vor: "Flüchtlinge und Vertriebene im Monschauer Land"

In den darauf folgenden Jahren trugen viele Teilnehmer Beiträge zusammen, die dann im Jahre 2019 von Manfred Huppertz in einer Dokumentation zusammengefasst und veröffentlicht wurden. In der Herbsttagung beschloss die Versammlung einen Nachdruck in Auftrag zu geben, weil die Nachfrage noch sehr groß war.

Diese wurde im Dezember 2019 ausgeliefert.

Folgende Sitzungen fanden satt:

24.10.2016 Simmerath Alte Post

07.03.2017 Kalterherberg, Kloster Reichenstein

07.11.2017 Steckenborn, Dorfmuseum

10.04.2018 Monschau, Industrieanlage Dreistegen

23.10.2018 Vogelsang und Tagung in Einruhr

09.04.2019 Woffelsbach, Haus der Musik

12.11.2019 Eicherscheid, Regierungsbunker

14.4.2020 Zweifall, Evangelische Kirche

 

Am 22.6.2017 erhielt Jürgen Siebertz auf Vorschlag der AG den Rheinlandtaler in Simmerath in einer feierlichen Zeremonie durch den Landschaftsverband Rheinland.

 

Am 9.9.2019 wurde Manfred Huppertz im Rathaus der Stadt Monschau  in einer feierlichen Veranstaltung ebenfalls der Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes verliehen.

 

 

 
 
 
 
 
 

 

 

 

Fotos